Val Medel im Aufbruch

Es ist ein kleines Dorf mitten in den Bergen – den ersten Teil der Geschichte lesen Sie unter Die Idee. Gesellschaftliche Veränderungen sind zu beobachten, Umbrüche finden statt – zunehmende Überalterung, Schliessung von Post und Bank, mögliche Schliessung der Dorfschule. Und nun? Es ist eine prickelnde Zeit für das Tal.

Trotz aller Veränderungen: Es ist ein Dorf, in dem noch gewurstet und gekäst wird. Es ist ein Dorf, wo man sich kennt auf der Strasse – wo man sich grüsst, vor dem Laden miteinander plaudert (en Romontsch) und einander zuwinkt, wenn man vorbeifährt. Es ist ein Dorf, wo keine grossen Bergbahnen gebaut wurden, wo die Gäste dafür mit Schneeschuhen auf- und absteigen; es ist ein Ort, wo die älteren Menschen sich wöchentlich zum Troccas-Spiel treffen (die Bündner Oberländer Version des Jassspiels). Es ist ein Ort, wo kein Pendlerstau stattfindet, keine nerventötende Rush-Hour zum Feierabend.

«Aufbruch in der Val Medel», titelte «Die Zeit» kürzlich. Es ging um das Altersheim, das vor ein paar Jahren geschlossen wurde – und im Januar 2017 als Hotel wieder in Betrieb genommen wurde. Kurz davor wurde in Curaglia wieder das Käsekessi in Betrieb genommen. Die Geiss- und Schafmilch des Tals wird nun wieder im Dorf verkäst. Drei Bauernbetriebe wurden von jungen Menschen übernommen und werden mit Leidenschaft weitergeführt. Und in der Metzgerei herrscht Hochbetrieb – die Trocknungsräume sind voll belegt. Und nun entsteht ein neuer «Dorfladen Medel», der nicht nur die Lebensqualität vor Ort erhalten soll, sondern als Leuchtturm die Qualitäten des Tals auch nach aussen tragen möchte.